Temperaturauswirkungen auf den Körper – Kälte

thermometer_minusKälte, kann wie Hitze, gesundheitliche Beeinträchtigungen und ernsthafte Schäden hervorrufen!
Kälteschäden können zum Beispiel durch unangemessenes Verhalten beim Ski-, Berg- und hervorgerufen werden. Eine Unterkühlung (Hypothermie) des Körpers tritt bei 35°C Körperkerntemperatur und niedriger auf.

Unterkühlungen

  • Wie kann es zur Unterkühlung kommen?

    • Durch plötzliche Kälteeinwirkung (z. B. Sturz in Eiswasser): Bei einer Wassertemperatur von 5 °C beträgt die Überlebenszeit ca. 90 min.
    • Durch körperliche Erschöpfung: Mit zunehmender körperlicher Erschöpfung (z. B. beim Trekking) und nachlassender Wärmeproduktion können ernste Kälteschäden entstehen.

  • Welche Stadien der Unterkühlung gibt es?

    Erschöpfungsstadium
    Körpertemperatur 35° – 32 °C: starkes Kältezittern bei klarem Bewusstsein. In diesem Stadium können sehr unterschiedliche Beschwerden auftreten die individuell unterschiedlich ausgeprägt sein können z.B. Ängste, Gangunsicherheit, Verlangsamung von Bewegungsabfolgen, „Pseudo-Wärmegefühl“, Zeichen der Erschöpfung.

    Adynamiestadium
    Körpertemperatur 32°- 28 °C: geringes bis gar kein Kältezittern bei eingetrübten Bewusstsein. Verschiedene weitere Beschwerden können eintreten z.B. Verwirrtheit, unklare Sprache, zunächst Steigerung dann Ausfall der Körperreflexe, Kraftlosigkeit, usw.

    Lähmungsstadium (Paralyse)
    Körpertemperatur 28° – 24 °C: Bewusstlosigkeit (Abnahme der Frequenz von Atmung und Herzschlag, starker Blutdruckabfall).
    Körpertemperatur 24 °- ca. 15 °C: Scheintod „Lebenszeichen“ wie z.B. Herzschlag und Atmung sind nur sehr schwer nachzuweisen. Eine allgemeine Muskel- und Gelenkstarre ist der Totenstarre zum verwechseln ähnlich.
    Körpertemperatur unter ca. 15 °C: Erfrierungstod (durch die fortschreitende Abkühlung der Herzmuskulatur tritt der Herzstillstand ein).

  • Was kann man gegen Unterkühlung tun?

    Weitere Wärmeverluste verhindern: z. B. durch Decken, Plastikplanen zur Isolierung als Wind- und Regenschutz, nasse oder feuchte Kleidung entfernen (durch ggf. trockene Kleidung ersetzen oder unterkühlte Person z.B. in Schlafsack einhüllen). Ist die Person ansprechbar, tragen warme und gesüßte Getränke zum „warm werden“ bei. Unterkühlte Gliedmaßen langsam und behutsam bewegen und/oder warm massieren. Schnelle Bewegungen vermeiden! Bei starken Wärmeverlusten schnellen Transport zu medizinischen Versorgungsstätten organisieren und die Person so „warm wie möglich“ für den Transport vorbereiten.
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Erfrierungen

Erfrierungen sind gezielte Kälteeinwirkungen auf bestimmte Regionen des Körpers (Finger, Zehe, Nase, Ohren, Hand, Fuß, Arm Bein). Das Ausmaß des Kälteschadens ist von der Temperatur und Dauer der Einwirkung abhängig.

  • Welche Faktoren begünstigen Erfrierungen?

    • Kälte begünstigende Umweltfaktoren sind z.B. Wind, Feuchtigkeit, Nässe
    • Kälte begünstigende persönliche Faktoren sind z. B. Erschöpfung, enge, einschnürende Kleidungsstücke, erhöhter Alkohol- oder Nikotinkonsum

  • Welche Stadien der Erfrierung gibt es?

    1.Grades
    Durch die Kälteeinwirkung auf das betroffene Körperteil treten Schmerzen, Hautblässe und scheinbare „Gefühlslosigkeit“ auf. Bei Wiedererwärmung kommt es zu einer Hautrötung, Juckreiz und einer Wiederherstellung des Körperteils.

    2.Grades
    Durch die Kälteeinwirkung kommt es auch in tiefer gelegenen Gewebeschichten zu Schäden. Bei Wiedererwärmung treten Blasen und teilweise Gewebeblutungen auf.

    3.Grades
    Durch die Kälteeinwirkung kommt es zu irreparabler Gewebezerstörung. Die erfrorenen Gewebeanteile verfärben sich schwarz-blau, werden hart und „sterben ab“. Ob dass gesamte Körperteil erhalten werden kann, hängt vom Ausmaß des Gewebeschadens ab.

  • Was kann man gegen Erfrierungen tun?

    • Bei Erfrierungen 1. Grades Gliedmaßen so schnell als möglich wieder erwärmen.
    • Bei Erfrierungen 2. und 3. Grades so schnell als möglich medizinische Hilfe aufsuchen. Steht keine medizinische Hilfe innerhalb von ca. 2 Stunden zur Verfügung (z.B. Trekking und Bergexpeditionen) sollte vorrangig die Körperkerntemperatur auf über 34°C gebracht werden um eine weitere Unterkühlung des gesamten Körpers zu verhindern. Danach sollte das „erfrorene“ Körperteil durch ein warmes Wasserbad (ca. 37°-40°C) vorsichtig erwärmt werden. Die Einnahme von Schmerzmitteln kann unter Umständen nötig sein.
    Eine medizinische Versorgung sollte v. a. bei Erfrierungen 3. Grades schnellstens erfolgen.

  • Wie kann man Kälteschäden vorbeugen?

    Auf die richtige Kleidung achten. Meistens sind mehrere Kleider- „Schichten“ für z.B. Trekking und/ oder Expeditionen erforderlich. Der Reisende sollte sich vor der Reise ausführlich informieren und entsprechende Kleidung mitführen. linkext Empfehlenswerte Bekleidung & Winterjacken => bergfreunde.de

    Auf eine ausreichende Kopfbedeckung achten (bis zu 50% der Körperwärme wird über die Kopfregion abgegeben!).

    Bei stärkerer Kälteeinwirkung kann durch das Tragen von Fäustlingen mehr Wärme der Finger und der Hand erhalten werden als durch das Tragen von Fingerlingen.

    Durchnässte, feuchte Kleidung sollte vermieden werden. Bei sportlichen Aktivitäten, sollte die Kleidung schichtweise ausgezogen werden um ein Durchnässen durch Schwitzen zu vermeiden („Zwiebelprinzip“). Nasse Kleidungsstücke sollten nach Möglichkeit durch trockene Kleidung ersetzt werden.

    Die Fußzehen sollten in den Schuhen stets „spürbar“ sein. Besteht, vor allem bei längeren Wanderungen, kein „Gefühl“ mehr, sollten die Zehen sofort kontrolliert werden. Abgesehen von der Kälte kann den Fußzehen auch durch das Tragen von zu engem Schuhwerk geschadet werden.

    Größere Touren bzw. Expeditionen sollten stets in Gruppen (nie im Alleingang!) erfolgen um u.a. eine fremde Hilfeleistung im Notfall gewährleisten zu können.

    Nie ohne Notfallkit auf größere Touren bzw. Expeditionen gehen (Informationen hierzu unbedingt vor Reiseantritt einholen). Auch ausreichend Flüssigkeit und kohlehydratreiche Nahrungsmittel (z.B. Müsli- und/oder „Energieriegel“, Traubenzucker, Schokolade) stabilisieren den Gesundheitsstatus.
    linkext Unsere Empfehlung: Gehen Sie am besten gleich zum Spezialisten für die Winterausrüstung, ganz gleich ob Hochtouren oder Wintersport

    Das Gesicht sollte wegen der Kälteeinwirkung besser am Abend als am Morgen gewaschen und mit
    linkext fetthaltigen Cremes geschützt werden. Um Erfrierungen zu vermeiden, sollte auf das Tragen metallischer Ohrringe bei längeren Touren in der Kälte verzichtet werden. Finger- und Zehennägel sollten gekürzt sein.

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